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Wie ich das Schreiben von Website-Artikeln mit Claude Code automatisiert habe

EWErnst Wolf·22. Juli 2026

Ich habe in Claude Code einen eigenen Skill erstellt. Dafür habe ich eine Datei mit dem Artikel-Standard meines Studios angelegt: Struktur, Ton, verbotene Wörter, Bild-Markierungen. Ein Befehl reicht, und der Entwurf durchläuft drei interne Durchgänge: Aufbau, Bereinigung von KI-Mustern, Redaktion. Fakten nimmt der Skill nur aus der Wissensbasis des Projekts, die Zahlen prüfe ich selbst. Die deutsche Version schreibt derselbe Skill direkt auf Deutsch.

Website-Artikel mit Claude Code automatisiert schreiben

Was ist ein Skill – und warum ist das kein „Knopfdruck"?

Ein Skill ist ein fester Standard, den Claude Code vor jedem Artikel liest. Früher habe ich dem Modell jedes Mal dasselbe erklärt: wie ein Artikel aufgebaut wird, in welchem Ton, welche Wörter tabu sind. Jetzt steht es in einer Datei, und ich muss es nicht wiederholen.

Im Skill steht keine allgemeine Floskel wie „schreib gut", sondern Konkretes. Die direkte Antwort steht gleich unter der Überschrift – sie wird von KI-Antworten zitiert. Zwischenüberschriften stellen Fragen zu echten Suchanfragen. Am Ende steht eine FAQ. Ton eines Praktikers, kein Amtsdeutsch. Dazu eine Liste verbotener Signalwörter, an denen man generierten Text erkennt. Und eine harte Regel: Fakten nur aus der Wissensbasis des Projekts. Fehlt ein Fakt, fragt der Skill nach, statt sich etwas auszudenken.

Das ist der Unterschied zwischen „die KI hat einen Artikel geschrieben" und „der Artikel ist nach meinem Standard entstanden". Das Erste liefert glatten Text ohne Substanz. Das Zweite einen Text, den ich auf die Website stellen kann.

Wie läuft der Prozess Schritt für Schritt?

Der Start ist eine Zeile: „Schreib einen Artikel zum Thema X", dazu zwei Zeilen Briefing – Ziel, Hauptsuchbegriff, für wen. Den Rest macht der Skill allein, ich komme nur bei der Faktenprüfung ins Spiel.

Das läuft so: Der Skill sammelt die Fakten aus den Projektdateien – Leistungen, Preise, Referenzen, Zahlen. Er schreibt den Entwurf nach Struktur. Er schickt ihn durch zwei Qualitätsdurchgänge (dazu gleich mehr). Er setzt die Markierungen für Titelbild und Infografik samt fertigen Alt-Texten. Ich lese das Ergebnis und prüfe Zahlen und Preise mit eigenen Augen – das ist der einzige manuelle Schritt. Die Bilder erzeugt der Skill separat, im Markenstil, direkt als Dateien zum Einsetzen. Der fertige Text geht ins Layout.

Die Website selbst baue ich ebenfalls in Claude Code – mit Astro, Deployment auf Cloudflare. So leben der Artikel und der Ort, an dem er landet, im selben Werkzeug.

Warum wird der Artikel mehrmals geprüft und nicht nur einmal?

Ein Entwurf ist noch kein fertiger Artikel. Deshalb stecken im Skill drei Durchgänge nacheinander, jeder mit eigener Aufgabe – genau das sind die Prüfschleifen, nach denen mich der Text zufriedenstellt.

Drei Durchgänge des Skills: Entwurf, Bereinigung von KI-Mustern, Redaktion

Erster Durchgang – der Entwurf: Fakten aus der Basis, Struktur, das Wichtigste nach oben. Zweiter – die Bereinigung: KI-Muster fliegen raus – Standardfloskeln, gleichförmiger Rhythmus, Amtsdeutsch, dieselbe Aussage doppelt. Die Sätze sind bewusst unterschiedlich lang: kurz, dann lang. Am gleichmäßigen Rhythmus erkennt man generierten Text. Dritter – die Redaktion: Zusammenhang und Lesefluss – jeder Satz zieht zum nächsten, jeder Absatz ist für sich verständlich, ohne „wie oben erwähnt".

Alle drei Durchgänge macht Claude in einem Lauf. Ich sehe das Endergebnis, nicht die Entwürfe. Der Sinn: Die Qualität hängt nicht von der Tagesform ab und nicht davon, wie ich den Prompt heute formuliert habe. Der Standard ist immer derselbe.

Wie entstehen die deutschen Versionen?

Die deutsche Version schreibt der Skill direkt auf Deutsch, statt aus dem Russischen zu übersetzen. Eine Übersetzung schleppt russische Satzstrukturen und lange Sätze mit – daran erkennt ein Muttersprachler sofort, dass kein Deutscher geschrieben hat. Der Text entsteht also in der Sprache, statt in sie umzuziehen.

Nach der Generierung schicke ich den Text durch DeepL Write und LanguageTool – Stil und Grammatik. Und einmal pro fünf bis zehn Artikel gebe ich ihn einem Muttersprachler zum Gegenlesen und trage seine Korrekturen zurück in den Skill. So verbessert sich die Qualität des Deutschen von selbst: Eine Korrektur behebt nicht nur einen Artikel, sondern alle folgenden.

Was hat sich in der Praxis geändert?

Das Wichtigste: Planbarkeit. Jeder Artikel entsteht nach einem Standard, nicht „wie es diesmal wird". Ich erkläre dem Modell keine Grundlagen mehr und halte die Struktur nicht im Kopf – das lebt im Skill.

Zweitens: Fakten unter Kontrolle. Solange Fakten nicht an eine Wissensbasis gebunden sind, verwechselt die KI Dinge: Sie vermischt das alte Studio mit dem neuen und ordnet Zahlen falsch zu. Die Wissensbasis nimmt das weg – das Modell zieht die Daten aus einer Quelle, statt zu erfinden. Mein manueller Schritt ist auf die Zahlenprüfung geschrumpft.

Und drittens: Das Deutsche braucht nicht mehr für jeden Artikel einen Muttersprachler. Gegengelesen wird einmal pro fünf bis zehn Artikel statt jedes Mal – das ist Automatisierung: nicht „die KI schreibt für mich", sondern ein System, das ein stabiles Ergebnis liefert und von mir ein Minimum verlangt.

Häufige Fragen

Nein. Ein Modell ohne Einrichtung liefert glatten Text ohne meinen Standard – ohne Struktur, Ton, Faktenbindung. Der Skill ist ein fester Studio-Standard, den Claude Code auf jeden Artikel gleich anwendet. Der Unterschied ist wie zwischen einem Praktikanten ohne Anleitung und einem, dem man einmal alles erklärt und auf den Tisch gelegt hat.

Fast. Er sammelt Fakten, schreibt, bereinigt und redigiert in einem Lauf. Mein manueller Schritt ist einer – Zahlen und Preise mit eigenen Augen prüfen, denn für die Fakten hafte ich, nicht das Modell. Beim Deutschen kommt das Gegenlesen durch einen Muttersprachler dazu, einmal alle paar Artikel.

Weil „sofort" ein Entwurf ist. Der erste Durchgang liefert Fakten und Struktur, der zweite entfernt KI-Muster und glättet den Rhythmus, der dritte repariert den Zusammenhang. Einzeln sind sie schnell, zusammen ergeben sie einen Text, der wie von einem Menschen geschrieben wirkt.

Ja. Für jede wiederkehrende Aufgabe mit Standard gilt: Du beschreibst einmal die Regeln und die Datenquelle – danach wendet das System sie gleich an. Bei mir sind so auch die Berichte zum Buchverkauf über Amazon KDP automatisiert. Artikel sind nur einer der Prozesse.

Wenn Sie eine wiederkehrende Aufgabe haben, die Sie jedes Mal neu erklären, lässt sie sich fast immer in ein System verwandeln. Genau das mache ich: Ich automatisiere Geschäftsprozesse mit KI, und wie das an mir selbst aussieht, steht in den Referenzen. Erzählen Sie mir von Ihrer Aufgabe.

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